Die Seen

Die Seen sind beim Kiesabbau auf den Neckarwiesen Anfang des letzten Jahrhunderts entstanden. Durch diese Baggerseen war das Gelände auf den Sirnauer Wiesen ideal für den bereits 1905 gegründeten Aquarien- und Terrarienverein Nymphaea Esslingen e.V. 1905, der das Gelände nach langer Suche und vielen Verhandlungen von der Stadt Esslingen anpachten und 1932 in Besitz nehmen durfte.
Der Wasserspiegel liegt zwischen dem Wasserstand im Schifffahrtskanal im Süden des Tierparks und dem Neckar im Norden zum Industriegebiet hin, der einige Meter tiefer liegt.
Die Wasserversorgung erfolgt nur über zwei dünne Wasserleitungen. Die vordere Leitung speist das Wasserschildkrötenterrarium am Eingang. Das Wasser fließt dann getrennt zu den Nutrias und in den Alpinumsee, in dem die Kois schwimmen. Von dort geht es durch das Eselgehege und das Ziegengehege in den „Großen See“. Die hintere Leitung läuft in den Kanal des ehemaligen Entengeheges oder alternativ in den naturbelassenen kleinen hinteren See und dann ebenfalls in den großen See.
Biologisch gereinigt und mit Sauerstoff versorgt fließt das Wasser dann durch einen unterirdischen Kanal kurz vor dem Schweinegehege in den „Alten Neckar“ ab.

Das Schildkrötenterrarium

Das Schildkrötenterrarium beim Spielplatz wurde von unseren Mitgliedern bereits 1948 gebaut und 2007 auf alten Mauer von Grund auf renoviert. Es dient als Auffangbecken für Schlamm, der sich hier absetzen kann und für Fische, die durch die Leitung „einwandern“.
Der Teich vor dem Alpinum wurde 1996 ausgebaggert, da er nur noch 40 cm Wassertiefe hatte. Über die Jahre war so viel Schlamm durch dem Neckar eingebracht worden, dass die Karpfen keinen Platz mehr zum Schwimmen hatten. Der Schlamm besteht aus Schwebeteilen im Wasser, die sich über Jahrzehnte hier absetzen konnte. Bei der Aktion wurden 16 große dreiachsige Kipperlastwagen voll mit schwarzem Schlamm abgefahren. Der Teich war dann 1996 fast wieder 3 Meter tief und an einer Stelle in der Teichmitte wurde für eventuelles Grundwasser ein „Brunnen“ bis auf 4,5 Meter Tiefe ausgebaggert.
1996 wurde auch die Teichumrandung mit Steinen aus der Flughafenbaustelle (neue Landebahn) neu erstellt und ein Bachlauf in den Alpinumhügel eingebaut. Der Alpinumsee entstand, als der Alpinumhügel durch die Vereinsmitglieder als Steingarten um 1935 angelegt wurde. Das Nutriagehege erhielt ein Setzbecken und eine getrennt Ablaufleitung.

Der große See

Der große See ist in der Mitte ungefähr noch 3-4 Meter tief. Durch den Schlamm aus dem Neckar, Feinstaubablagerungen aus der Luft und jährlich vielen hundert Kilo herabfallenden Blättern und Ästen verlandet der See ganz langsam und wird flacher. Es ist mit der Stadt Esslingen geplant irgendwann eine bereits 2002 verschobene Baggeraktion zu Rettung des Sees zu machen. Früher waren die Seen von einem breiten Schilfgürtel umrandet und Wasserpflanzen, See- und Teichrosen wuchsen in den Seen. Allerdings hatte sich auch Hornkraut, ein schwimmendes Wassergewächs, ausgebreitet und überwucherte jeden Sommer die Seen, bevor es im Herbst zu Boden sank und der See immer noch flacher wurde. Damals, Anfang der siebziger Jahre, griff man zu radikalen Maßnahmen, es wurde ein Floß mit einem schweren Eisenträger im Schlepp über den See gezogen und ungelöschter Kalk in die Seen eingeschaufelt. Alles Leben, egal ob Pflanzen, Amphibien oder Fische, wurde vernichtet, auch das Hornkraut. Der Schlamm setzte/verdichtete sich dadurch um einen Meter, der große See hat sich aber bis heute nicht erholt.

Bunt schimmernde Seen im Tierpark Nymphaea !

Algenblüte in den Nymphaeaseen Algenblüte in den Nymphaeaseen

Beim Rundgang durch unsere Anlage im späten Frühling und im Sommer fällt ihnen als Besucher auf, dass die Wasseroberfläche der Seen grünlich, z. T. aber auch rötlich oder gar bläulich schimmern. Die bunte Verfärbung der Wasseroberfläche ist jedoch nicht auf eine Verschmutzung des Wassers durch unsachgemäße Handhabung von Schmier- oder Betriebstoffen oder Chemikalien zurück zu führen sondern biologischen Ursprungs. Denn aus der Nähe betrachtet bestehen die “wolkigen” Ansammlungen knapp unter bzw. an der Wasseroberfläche aus Algen und Cyanobakterien. Dieses Naturphänomen wird Algenblüte genannt. Algen und Cyanobakterien sind natürliche Bestandteile eines Gewässers.  

 

Wie kommt es zur Algenblüte?

Bei den Seen im Tierpark handelt es sich um flache, nährstoffreiche Gewässer, die vom Neckar gespeist werden. Die Nährstoffe (Nitrate, Phosphate, Eisen .. usw.)  stammen aber nicht nur aus dem Neckarwasser, sondern auch aus der Luft, dem bei Regen zufließenden Oberflächenwasser, den Ausscheidungen der Wasservögel, welche täglich in großer Anzahl die Seen besuchen sowie nicht zuletzt auch von den gut gemeinten Futtergaben der Parkbesucher. Sobald nun die Sonne vom Himmel lacht erwärmt sich diese “Nährstoffmischung” und bei kräftiger Beleuchtung kommt es schließlich zu einer explosionsartigen Vermehrung von einzelligen Algen und Cyanobakterien. Sammeln sich diese nun in großen “Wolken” unmittelbar unter oder an der Wasseroberfläche färben sich die Seen fast unnatürlich grün, rot oder gar blau. 

Können Algenblüten zum Problem werden?

Durchaus! Algenblüten fangen einen großen Teil des Sonnenlichtes ab und behindern bzw. beenden so die Photosynthese in tieferen Wasserschichten. Ferner werden abgestorbene, zu Boden sinkende  Algen von Bakterien unter Verbrauch von Sauerstoff zersetzt. Beides kann einen drastischen Sauerstoffmangel im Gewässer verursachen welcher wiederum zu einem Absterben von Fischen und anderen Wasserlebewesen führt. Ferner gibt es auch Algen und Cyanobakterien die giftige Substanzen abgeben, welche in hoher Konzentration für Wasserorganismen und Badende durchaus gefährlich werden können.

Aus den beschriebenen Gründen möchten wir unsere Besucher bitten die Wasservögel nicht zu füttern.

Das Entengehege

Das Entengehege ist derzeit wegen der Vogelgrippe nicht besetzt. Alle Enten und Gänse leben jetzt auf dem Schurwald, außerhalb der 1-km-Schutzzone entlang des Neckars. Deshalb ist der Teich und der Bachlauf vereinsamt. Dieser Teich wird alle 4-5 Jahre von unseren Mitgliedern per Hand und Schaufel entschlammt.

Der „Weidensee“

Der „Weidensee“ beherbergt die Arche aus Lärchenholz. Der See ist etwas mehr als einen Meter tief und hat noch einen ziemlich guten Kiesgrund, da der See es schafft die kompostierbaren Stoffe selbst abzubauen.

Der hintere See ist naturbelassen. Er wird alle Jahre im vorderen Teil ausgegraben. Der Teich darf sich seit Jahrzehnten ungestört entwickeln.

Wasserqualität

Die Wasserqualität hat sich in den letzten zwanzig Jahren wieder deutlich verbessert. Hier zeigen die Umweltschutzbemühungen endlich eine Verbesserung. Vor 30-40 Jahren war des Neckarwasser sehr stark belastet. Neue Kläranlagen und die Umweltschutzpolitik haben dies wieder zum Besseren gewendet. Heute gibt es wieder viel mehr Fischarten im Neckar, das Wasser stinkt nicht mehr und man bekommt keine Hautauschläge mehr, wenn man mit den Neckarschlamm in Berührung kommt. Über diese Entwicklung sind wir sehr froh.

Fische in den Seen und Teichen der Nymphaea

Es gibt wieder mehr Fischarten, die als kleine Fische durch die Rohre aus dem Schifffahrtskanal in die Nymphaea einwandern. Einige Jungfische von einheimischen Arten haben wir auch schon eingesetzt. Derzeit sind uns folgende Fischarten in den Seen und Teichen bekannt: Aal, Hecht, Zander, Schleien, Brachsen, Welse, Schneider, Hasel, Döbel, Bachforelle –eingesetzt-, Äsche, Schmerle, Barbe, Nase, Groppe, Elritze, Goldorfe, Rotauge, Rotfeder, Weißfisch, Karausche, Stör/Sterllet, Bitterling, und Stichling. Im Neckar bis Plochingen und den Nebengewässern werden wieder 42 Fischarten festgestellt. In den Nymphaea-Seen gibt es auch Teichmuscheln. Wir versuchen weiterhin Wasserpflanzen wieder im Park anzusiedeln und zu renaturieren.
Für Informationen zu den Fischarten empfehlen wir Fachliteratur oder eine Internetsuchmaschine sowie die Internetseiten: www.fischereiverein-esslingen.de, www.vfg-bw.org.